Warhammer: Age of Sigmar – HELSMITHS OF HASHUT

Die Rückkehr der Chaoszwerge

„Die Reiche gehören uns. Die Duardin waren schon immer die Herren des Landes. Niemand soll leugnen, dass wir die Wahrhaftigsten unserer Art sind. Als das Chaos kam, beschämten wir uns nicht durch einen Rückzug.“ Die Legionen aus der Helschmiede des Hashut halten mit dem neuen Armee-Set Einzug in die Warhammer-Welt von Age of Sigmar. 

Chaoszwerge gibt es seit den Anfängen von Warhammer. Bereits 1985 erhielten sie mit der Chaos Dwarf Renegades-Box ihre erste Inkarnation. Zunächst als Zwerge mit jeweils sehr individuellen chaotischen Malen. Als sie später zu einer Armee ausgebaut wurden, erhielten die nachfolgenden Modelle einen comichaften Look, der sich stark an der Optik des antiken Assyriens orientierte und entsprechende Mythologie beinhaltete, wie zum Beispiel die mächtigen Lammasu, Mischwesen aus Stieren und Menschen. Ein reguläres Armeebuch gab es für die Chaoszwerge aber nie, lediglich ein White Dwarf-Sonderheft (die Zeitschrift zum Tabletop) mit entsprechenden Regeln. Lange Jahre geschah nicht viel, bis schließlich in den 2000ern bei Forgeworld neue Miniaturen und Regeln im Tamurkhan-Supplement erschienen. Als 2024 Warhammer: The Old World die Bühne betrat, bekamen die Chaoszwerge zwar eine offizielle Armeeliste, jedoch auch hier wieder im nicht unterstützten Legends-Sektor des Spiels.

Obwohl die Chaoszwerge also auf eine solch lange Geschichte zurückblicken können, stellt Helsmiths of Hashut für Age of Sigmar die erste reguläre Integration der Chaoszwerge in Warhammer dar.

Miniaturen

Die Chaoszwerge waren stets eine kontrovers betrachtete Fraktion. Die durch die assyrische Kultur beeinflussten Modelle mit den riesigen Kopfbedeckungen, die maßgeblich ihr Erscheinungsbild geprägt haben, wurden von den einen belächelt, von den anderen geliebt. Unbestritten hatten sie aber einen enormen Wiedererkennungswert und eigenen Stil. Einige Elemente dieser Optik werden bei der neuen Umsetzung sehr dezent zitiert, allerdings mit deutlich weniger comichafter Überzeichnung. Sowohl die Proportionen der Zwerge als auch deren Ausrüstung sind viel realistischer.

Bei direktem Vergleich wird die Entwicklung sehr deutlich. Ohne Zweifel sind die Details und die Qualität der neuen Modelle, wie man es heutzutage gewohnt ist, überwältigend gut. Was den Stil angeht, muss ich jedoch sagen, dass mir die knubbeligen Zwerge aus alten Zeiten mit dem prägnanten Look ein wenig fehlen werden. Da die neuen Rüstungen leider etwas generisch wirken, hätte ich mir gewünscht, dass man mehr von ihrem speziellen Look beibehalten hätte.

Die Armee-Box enthält Bausätze für einen Kriegsdespoten, elf Infernale Kohorte-Miniaturen, eine Peinigerbombarde sowie eine Dominator-Maschine.

Der Kriegsdespot ist ein charakterstarkes Anführermodell, das mit einigen wenigen Optionen daherkommt. Auf dem Schlachtfeld wirkt er zwar unaufdringlich, aber dennoch imposant.

Die Infernale Kohorte bietet als Bewaffnung die Wahl zwischen Hashutklingen oder Speeren. Wie bereits erwähnt, wirken die Rüstungen ein wenig generisch, sind aber schön detailreich, ohne zu überladen zu wirken, und die Modelle lassen sich gut zusammenbauen. Ein besonderer Hingucker ist der Musiker, der einen Hobgrot als Gongträger mit sich führt.

Die Dominator-Maschine ist ein riesiger mechanischer Stier. Sie kann mit Nah- oder mit Fernkampfbewaffnung zusammengebaut werden. Außerdem stehen einige Varianten wie unterschiedliche Köpfe und Hörner sowie Frontplatten für die Individualisierung zur Verfügung. Beim Betrachten der Fotos war ich zunächst kein Fan der großen Maschine, aber wenn man sie live in Händen hält, muss ich zugeben, dass sie eine mächtige und tolle Wirkung hat –ohne dass das Modell zu überladen wäre.

Da der Stier mit zwei Bewaffnungen genutzt werden kann und die Arme für beide Versionen mitgeliefert werden, war es naheliegend, sie sich als austauschbare Option zu basteln. Leider hat Games Workshop das so nicht vorgesehen, sodass man ein wenig Fingerspitzengefühl einbringen muss, um eine funktionierende Magnetisierung zu erreichen.

Hierzu im Zahnrad des Oberarms zwei Magnete einlassen. Für die Gegenstücke im Unterarm die Plastikzähne in etwa an der Stelle abknipsen, wo diese Zähne beginnen, konisch schmaler zu werden. Anschließend kann man hier die Magnet-Gegenstücke einlassen. Natürlich unbedingt auf die Polarität achten!

Nachdem die Magnet-Verklebung gut getrocknet ist, kann man die Unterarmhälften verbinden und fertig mit der Bewaffnung zusammenstellen. Nun lassen sich Nah- und Fernkampfwaffen als Option austauschen.

Zu guter Letzt ist ein Artilleriemodell im Set enthalten, das wahlweise zu einer Bombarde oder einer Raketenbatterie zusammengebaut werden kann. Da beide Varianten mit derselben Crew gebaut werden und sich nur im Geschütz selbst unterscheiden, schreit auch dieses Modell nach einer Magnetisierung, die aber durch die Bauweise nicht trivial umsetzbar ist.

Optisch weiß die Crew, bestehend aus zwei Zwergen und einem Hobgrot, zu überzeugen. Die Kanone selbst ist okay. Keine aufsehenerregende Innovation, aber vollkommen in Ordnung.

Hier empfiehlt es sich, die Räder erst nach dem Grundieren, eventuell sogar nach dem Bemalen, anzukleben, damit man gut an alle Teile herankommt.

Andere Inhalte

Neben den Miniaturen enthält die Box ein Armeebuch, ein Kartenset und einen Bogen Decals.

Wie so oft hat das Ameebuch aus dem Armee-Set ein anderes Cover als das separat erhältliche. In diesem Fall sogar mit Softtouch-Lackierung, Metallic-Schrift und mit Metallic-Buchschnitt-Veredelung. Ein sehr schickes Buch, dessen Inneres sich nicht vor der edlen Außenoptik verstecken muss. Neben der Geschichte der Duardin beinhaltet es die Regeln für den Einsatz beim regulären Age-of-Sigmar-Spiel sowie in der schnellen Variante Speerspitze. Im Armee-Set sind, abgesehen vom Buch, auch die Karten für beide Spielvarianten enthalten.

Fazit

Es handelt sich um ein Armee-Set. Damit ist die Zielgruppe für diese Box natürlich deutlich festgelegt auf Personen, die mit dieser Armee zu spielen beginnen möchten. Dadurch, dass eine komplette Speerspitze enthalten ist, stellt sich der Einstieg als sehr niederschwellig dar, und die Armee macht in der Speerspitze-Version Spaß. Die Dominator-Maschineist in den Spielen zuweilen ein bisschen zu sehr mächtige eierlegende Wollmilchsau, aber der Effekt hielt sich in den Testrunden gerade noch in Grenzen.