Finstere Krieger aus dem eisigen Norsca
Aus den eisigen Gebieten Norscas im hohen Norden drängen die Heerschaaren des Chaos in die Reiche der Alten Welt. Einen gewaltigen Teil der finsteren Armeen machen wilde Barbarenhorden aus. Diese haben nun nach vielen Jahren nagelneue Miniaturen zur Verstärkung bekommen.

Begleitet von The Razing of Westerland, dem zweiten Arcane Journal der Krieger des Chaos, bekommen die Barbaren zwei neue Designs für klassische Einheiten: Chaosbarbaren und Chaosbarbarenreiter. Zur Einführung sind diese in einem Armeeverstärkungsset mit 50 Miniaturen zu haben. Neben den 40 Chaosbarbaren und 10 Reitern befinden sich auch zwei reichhaltige Abziehbilderbögen in der Box.


Miniaturen
Das Armeeverstärkungsset enthält zweimal drei Gussrahmen der Reiter, aus denen sich insgesamt 10 Modelle bauen lassen, sowie viermal drei Gussrahmen der Barbaren, die beeindruckende 40 Figuren ergeben.


Chaosbarbaren

Chaosbarbaren bilden das Kernstück einer Wolves of the Sea-Themenarmee, sind aber natürlich auch eine günstige Infanterieeinheit für jeder andere Chaos-Armee. Mit der aktuellen Erweiterung hat die Einheit neue Regeln bekommen, aber auch eine Änderung ihrer Basegröße von 25 auf 30 mm. Über diese Anpassung der Bases dürften viele Chaos-Spieler wenig erfreut sein, da sich dies natürlich auch auf bestehende Miniaturen in Sammlungen auswirkt. Für die neuen großen Modelle ist diese Größe aber durchaus sinnvoll und bringt den angenehmen Nebeneffekt mit sich, dass nun viele Helden der Chaoskrieger besser in Barbaren-Einheiten integriert werden können, da sie jetzt dieselbe Basegröße teilen.
Aus den Gussrahmen der Chaosbarbaren lassen sich Miniaturen mit drei Ausstattungs-Optionen zusammenbauen. Mit Handwaffe und Schild, mit Kriegsflegel oder mit Zweihandwaffe. Bei den Modellen handelt es sich um 10 unterschiedliche Monopose-Figuren, die bestenfalls durch Wechsel der Handwaffe und des Kopfes variiert werden können, doch sind 10 Posen eine ausreichende Menge, um Dopplungen in der Gesamtwirkung unauffällig zu halten. Dekorative optionale Bits oder eine zweite Standarten-Variante sucht man leider vergebens, doch sind die Modelle bereits mit allerlei Details gestaltet, dass dies auch nicht sonderlich nötig wäre.




Die Qualität der Güsse ist wie gewohnt hervorragend. Auch die Posen und Kleinteile sind liebevoll detailliert und gelungen. Als Einheit sind die Barbaren dynamisch und die einzelnen Figuren ausreichend individuell und passen dennoch aufgrund von einigen stets wiederkehrenden Merkmalen als Einheit gut zusammen. Das Erscheinungsbild mit deutlich mehr Kleidung und Fell trifft das nordische Thema, das den Kriegern zugrunde liegt, deutlich besser, als die Steppenbarbaren-Optik von älteren Umsetzungen dieser Einheit.
Wie üblich, bleiben auch diese Modelle vom bekannten Size-Creep nicht verschont. Gegenüber ihren Vorgängern sind die Miniaturen etwas größer ausgefallen, passen aber sehr gut zu den aktuellen Chaoskriegern. Die Entwicklung des Detailreichtums, der Körperproportionen und der Qualität von Miniaturen wird im direkten Vergleich auch gut sichtbar (auf dem Bild ein Zinn-Modell aus der 5. Edition von Warhammer und ein Plastik-Modell aus der 6. Edition neben dem aktuellen Krieger).


Für die Darstellung der Berserker aus dem Warriors of Chaos-Journal eignen sich die Modelle leider nicht gut, da ihnen die Option für eine Darstellung mit zwei Handwaffen fehlt. Ebenso ist eine Einheit mit Handwaffe nicht ohne Schild vorgesehen, obgleich die Regeln diese Option erlauben.
Chaosbarbarenreiter





In ihrer Kavallerie-Version sind die Modelle ein wahres Detailfeuerwerk, wobei auch hier abgesehen von den Köpfen keine echten Variationsmöglichkeiten bestehen. Die Reiter lassen sich natürlich in der Ausrüstungsoption mi Kavalleriespeer oder alternativ mit dem allseits beliebten Kriegsflegel bauen.
Auch die Chaosbarbarenreiter haben eine Größenanpassung verpasst bekommen. In ihrem Fall noch sehr viel deutlicher als die Infanterie. Im Vergleich mit dem Chaosritter wird das Ziel aber klar, denn mit diesem reitet der Barbar nun auf Augenhöhe.


Der Maßstab ist sicherlich Geschmackssache. Für mich dürften die Modelle gern ein wenig kleiner ausfallen, denn unsere Tische wachsen ja nunmal nicht mit und je wuchtiger die Modelle werden, desto weniger Armee-Eindruck können sie transportieren. Im direkten Vergleich der drei Chaosbarbarenreiter zueinander musste ich dann doch etwas schmunzeln …


Fazit
Ich stehe eigentlich auf einen klassischen Look bei Warhammer-Modellen und auf die Möglichkeit, Modelle individueller zusammenbauen zu können und mit Details zu spicken. Bei diesen Einheiten muss ich jedoch zugeben, dass die Neuauflage ein wirklich großer Gewinn ist. Lediglich hätte ich die Modelle für meinen Geschmack ein wenig kleiner, dafür gern weiterhin die Infanterie auf 25 mm Bases gesehen, aber dahingehend wird man es nie jedem recht machen können. Die beiden neuen Einheiten werten die Armeen des Chaos optisch auf jeden Fall sehr deutlich auf.
Text & Bilder: Christian Schmal
Das Produkt wurde kostenlos für die Besprechung zur Verfügung gestellt
Der Artikel wurde zuerst bei Zauberwelten-Online veröffentlicht.